Außerordentliche Sitzung am 05.10.2018 Jugendhilfe

16.35 -17.17 Uhr

4.  Mitteilungen des Bezirksamtes

Stadtrat Machulik berichtet, dass die Kita Rex Waite (in der Rex-Waite-Straße in Kladow) eröffnet wurde. Betreiber ist der Humanistische Verband Berlin- Brandenburg.

5. Förderung der freien Träger 2019

Der Ausschussvorsitzende Gellert berichtet über das gestrige Treffen der „AG Jugend zur Vorbesprechung der Förderung der freien Träger 2019“: den Vorschlagslisten des Jugendamtes zur Jugendarbeit sowie zur Jugendsozialarbeit wurde ohne Einschränkung zugestimmt. Dissenz gab es zu den Ansätzen der Familienförderung, hier insbesondere zum geplanten Wegfall der Jugend- und Familien-Beratungsstelle Kladow im Parnemannweg. Das Jugendamt legte zugrunde, dass die getane, gute Arbeit als Multiplikatorrolle zu verstehen war, diese Leistung ist erbracht worden und nun verzichtbar. In einer Diskussion, an der sich die Bezirksverordneten Gellert, Schneider, Düren, Bittroff, Neye, Wilkening, der Stadtrat Machulik, der Leiter des Jugendamtes, Slabotny und der Fachdienstleiter Wurl beteiligten, wurden die unterschiedlichen Ansichten zum Ausmass und Wert dieser Teilzeitstelle besprochen. Da schliesslich ein Votum wenigstens für einen Erhalt dieser Stelle sprach, stimmten nach einer weiteren Diskussionsrunde alle Anwesenden dem Vorschlag des Vorsitzenden zu, die Gelder folgendermassen zu verteilen:

Familienzentrum FF Ost, Westerwaldstraße bisher 60.000,00 €

2019: 64.000,00 €

Familienzentrum FF West, Wasserwerkstraße, bisher 60.000,00 €

2019: 64.000,00 €

Babysitterführerschein FF, Posthausweg bisher 5.000,00 €

jetzt 0 (Anmerkung: es gibt andere «Töpfe» für die Förderung dieser kleinen Projekte)

2 x Elterntranings im FF, Kraepelinweg bisher 10.000,00 €

jetzt 0 (Anmerkung: es gibt andere «Töpfe» für die Förderung dieser kleinen Projekte)

Familienzentrum Villa Nova, Rauchstraße bisher 70.000,00 €

2019: 71.500,00 €

Familienzentrum Stresow, Grundewaldstraße bisher 50.000,00 €

2019: 50.000,00 €

Familienzentrum Hermine, GS C. Morgenstern bisher 50.000,00 €

2019: 64.000,00 €

Familienzentrum Wilhelmine, Weverstraße bisher 70.000,00 €

2019: 71.500,00 €

JuFa Beratungsstelle Kladow, Parnemannweg bisher 25.000,00 €

2019: 15.000,00 €

einstimmig

Die komplette Liste wird erst mit der Genehmigung des Protokolls dieser Sitzung öffentlich vorhanden sein.

Sitzung vom 25.09.2018 Jugendhilfe

16.01 – 17.31 Uhr

4. Mitteilungen des Bezirksamtes

Herr Hanke, der als Vertretung für den zuständigen Stadtrat Herrn Machulik da ist, weist auf einen Fachtag ‹Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit› am 7. November 2018 von 12.30 bis 19 Uhr im Klubhaus Westerwaldstraße hin, Thema:  «Gemeinsam gegen Ausgrenzung – Zukunftsperspektiven und Handlungsoptionen im Bezirk»

Informationen folgen unter www.kiga-berlin.org

Außerdem: Die Kitagutscheinstelle ist vom 20.09. bis zum 05.10.2018 aufgrund abzuarbeitender Aufgaben geschlossen.

5. Personalsituation Jugendamt

Im Regionalen Sozialen Dienst (RSD) sind weiterhin nur 20 % der möglichen Stellen besetzt. Auf die Nachfrage, ob das eine statische Berechnung sei, berichtet Herr Slabotny, der Leiter des Jugendamtes, dass es sich dabei um eine Fluktuation des Personals handelt – monatlich würden Vorstellungsgespräche und Einstellungen stattfinden aber ebenso gingen jeden Monat Personen wieder, die eine besser bezahlte oder andere Stelle gefunden hätten. Eine weitere Nachfrage, ob das nicht nachteilig für eine auf Vertrauen basierende Arbeit wäre, erklärt er, dass die spätere Arbeit von Freien Trägern in höchst möglicher Personalstabilität ausgeführt würde aber manchmal ein Wechsel nicht vermieden werden kann.

6. Vorstellung der Erziehungs- und Familienberatung im Bezirk

Die beiden Ausführenden (Jugendamt und Ev. Johannesstift) stellen in einer gemeinsamen Power-Point-Präsentation ihren Wirkungskreis, die Aufgaben, den Wert und die Auswirkungen vor. Ein kurzer Blick in die Geschichte: in Hamburg gab es bereits 1903 erste Bestrebungen einer solchen Arbeit, in Berlin ab 1906 über eine medizinische Kooperation. Damals wurde politisch entschieden, dass alle Städte mit über 100tausend Jugendlichen ein Jugendamt haben müssen. In den 1980iger Jahren dann wurde ein Konzept zur Weiterentwicklung und Zukunftssicherung der Erziehungs- und Familienberatung erarbeitet, daraus entstand ein Modell, das im Jahr 2000 von allen Beteiligten beratschlagt und ab 2001 in einer dreijährigen Modellphase in Berlin durchgeführt wurde. Da dieses Modell so hervorragend lief, wurde 2006 eine Rahmenvereinbarung für die Bezirke entschieden – jeder Bezirk sollte eine kommunale und eine Beratungsstelle in freier Trägerschaft einsetzen. (siehe)

Dabei muss der Personalbedarf immer der aktuellen Situation der «wachsenden Stadt» angepasst werden, das führt dazu, dass derzeit in Berlin 40 Stellen unbesetzt sind.

Standort der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Jugendamtes ist seit April 2018  im Charossa-Quartier, vom Ev. Johannesstift sind die Standorte Kirchhofstraße 30 und Goebelstraße 135.

Die Aufgabenbereiche sind immer ein Gemeinschaftsprodukt interdisziplinärer Teams, so arbeiten Verhaltenstherapeuten, systemische Therapeuten, Kinder- und Jugendtherapeuten mit Gestalttherapeuten und Sozialarbeitern zusammen. Die Beratung erfolgt grundsätzlich freiwillig, aber: seit 2009 können Familiengerichte bei Trennungen/Scheidungen die Beratung anordnen, die dann in einem Zwangskontext statt finden. Inzwischen betrifft das 50 % der Fälle. In der Beratung gilt das Interesse den Kindern und auch dem Ziel,  die Eltern zu unterstützen – «Getrennt Gemeinsam Erziehen»!!!

Die Beratung findet inzwischen in vielen verschiedenen Sprachen statt, neben türkisch auch in arabisch, persisch, kurdisch, aserbaidschanisch, französisch, englisch und serbisch und soll auch Familien mit Fluchterfahrung dienen. Kontakte zu Flüchtlingseinrichtungen bestehen.

Ausserdem gibt es eine Onlineberatung ausschliesslich für Jugendliche, diese ist anonym, beginnt über einen Anmeldebogen, kann dann als Chat oder Mailaustausch statt finden und sollte die Beratungsinteressenten dann an die geeigneten Stellen weiterleiten. Zum Beispiel hier:

Ab Mitte Oktober 2018 ist eine Offene Sprechstunde von beiden Einrichtungen – wahrscheinlich am Standort im Charossa-Quartier geplant – jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr!

7. 0855/XX Antrag der FDP «Wir sorgen für kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung! – Schaffung verbindlicher Beteiligungsstrukturen für junge Menschen bei Vorhaben der Stadt- und Grünplanung!» zur Mitberatung HPR

So lang der Titel so lang auch der Inhalt – eine Diskussion ergibt sich, in der darauf hingewiesen wird, dass ein ähnlich lautender Antrag bereits mit Zustimmung und einem Zwischenbericht im Bezirksamt bearbeitet wird. Da im Moment niemand die Anträge vergleichen kann, wird nach einer Diskussion einstimmig entschieden, diesen Antrag noch einmal zu vertagen, da sich zum jetzigen Zeitpunkt darüber nicht abstimmen lässt.

8. Verschiedenes

Der Ausschussvorsitzende begrüsst unter den Gästen abschliessend die neue Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Frau Fischer!

Sitzung vom 28.08.2018 Jugendhilfe

16.05 – 18.35 Uhr

Ein wie immer sehr inhaltsschwerer Ausschuss liegt hinter mir, folgendes ist zu berichten:

1. Geschäftliches

Die Liste «Förderung der freien Träger 2019» liegt vor, wird in einer Sondersitzung am 5.10.2018 besprochen und verabschiedet und vorab in einer Arbeitsgruppe detailliert durchgegangen.

3. Aktuelle Viertelstunde
  • Veranstaltungshinweis: Fachtag «Frühkindliches Trauma, Dissoziation, Behandlungsmethoden, EMDR» am 29.09.2018, 10 bis 17 Uhr im Mercure-Hotel, Anmeldung über AktivVerbund e.V.
  • Räcknitzer Steig: Am 24.08.2018 fand die Auswertung des Beteiligungsverfahrens zum Neubau statt. Jugendliche und Kinder hatten in drei Wochen der Sommerferien zwei Modelle erarbeitet, eines aus Pappe, das andere Computergestützt mit dem Programm Minecraft(!?) – in einem 8-stöckigen Bauwerk ist ein Boulder-Wand ebenso geplant wie autonome Räume, ein Schwimmbecken, eine Bibliothek, eine Scaterbahn im Keller und eine computergesteuerte Bowlingbahn…. Dass Abstriche von diesem schön Plan wahrscheinlich sind, merkte der Stadtrat Stephan Machulik bereits bei der Präsentation an
  • Ausschreibung der Stelle des Kinder- und Jugendbeauftragten ist endlich gelungen, Eingruppierung nach E 11, Beginn hoffentlich zum 1.11.2018, Bewerbungsfrist endet am 28.09.2018
  • CHiP 77 – Schlüsselübergabe hat statt gefunden, soll wieder geöffnet sein
4. Mitteilungen des Bezirksamtes
  • Der Stadtrat berichtet über den aktuellen Stand der Kita-Situation:
  • 9167 Kinder sind mit einem Kitaplatz über einen Gutschein versorgt
  • 456 hätten einen Gutschein aber keinen Platz
  • 500 stünden auf der Warteliste

Auf Nachfrage, ob die beiden letzten Zahlen zusammengezählt werden müssten als «Unversorgte» wird verneint, sie überschnitten sich. Also sind 500 Kinder derzeit in Spandau nicht mit einem Kita-Platz versorgt. Auf die ragen zu Lösungsansätzen und Reaktionen, falls diese 500 Eltern ihr Recht auf einen Kita-Platz einklagen würden, wird mit den üblichen Antworten reagiert: Die fehlenden Erzieher und fehlenden Kita-Neubauten ließen anderes derzeit nicht zu, Gespräche mit den Entscheidungsträgern fänden statt. Das Jugendamt sei «in Gänze» nicht glücklich über die Situation!!!

  • Projekt Stadtteilmütter: Es ist eine Stelle beim Familienzentrum Siemensstadt mit E3-Gruppierung und 30 h geplant – derzeit gibt es niemanden, der von den in Neukölln ausgebildeten Stadtteilmüttern nach Spandau käme. Eine Bedarfsabfrage durch den Senat hat ergeben, dass es maximal eine Stadtteilmutter pro Familienzentrum geben müsste. (Denkbar auch im Falkenhagener Feld, Heerstraße Nord, Neustadt)
  • Die letzte Jugendschutzkontrolle durch Jugendamt, Ordnungsamt und Polizei hat ergeben: Jugendliche auf dem Hahneberg versammelten sich mit Kartoffelsalat, Selters und Müllbeuteln dort zum feiern….  (Wir sollten den Jugendlichen doch etwas zutrauen! Anm. Düren)
  • Ein Antrag zur Förderung einer Koordinatorenstelle für die Projekte gegen Schuldistanz wurde beim Senat beantragt
  • am 22.9.2018 sind zum Berlin-Tag erstmalig auch Sozialarbeiter eingeladen, Interessenten auch aus der Erziehungswissenschaft mit praktischer Erfahrung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen könnten nach einer Gleichwertigkeitsanerkennung die gleiche Gehaltsgruppe erreichen wie Sozialarbeiter
  • Ein Interessenbekundungsverfahren für Leistungsverträge im Fall unspezifischer Arbeit wurde für drei Regionen begonnen
  • der RSD 2 (Regionaler Sozialer Dienst) hat vom 8. bis 12.10.2018 eine Schließzeit, um den Aufgabenberg abzuarbeiten
  • die Unterhaltsvorschußabteilung hat bereits im September eine einwöchige Schließzeit aus demselben Grund
  • Das Land Berlin entwickelt zum Bundesteilhabegesetz ein Konzept für die Eingliederungshilfen – die Verwaltung will ressortübergreifend für Soziales und Jugend eine gesetzliche Grundlage diskutieren
  • der SportjugendClub Wildwuchs war durch das Wasser in der Baugrube und die Erhöhung der Kosten um 784 tausend € von einem Baustopp bedroht – dieser konnte durch Senat und Bezirk abgewendet werden
5. Personalsituation im Jugendamt

Zum 1.7.2018 waren im Bereich Hilfe zur Erziehung (HzE) 14 Stellen nicht besetzt, das ist auch zum 1.8. so geblieben, insofern sind in Spandau 20 % der Stellen nicht besetzt. Bei den Berliner Bezirken befindet sich Spandau damit im letzten Drittel.

6. Vorstellung der Situation in den einzelnen Sozialräumen

Zur Situation und der Bedarfsanalyse

Es gibt definierte Werte in der Jugendarbeit, die sich am Richtwert der 90er Jahre orientieren, das heisst, für 11,4 % der 6 bis 25jährigen sind 2,5 m2 pädagogisch nutzbarer Fläche mit Aufenthaltsqualität vorzuhalten. Dieser Richtwert wird in Berlin ständig unterschritten, dabei ist Pankow mit 10,5 % vorn und Spandau mit 4,7 %  vor Charlottenburg Schlusslicht.

Siehe: (Vergleich Seite 59)

Detaillierte Zahlen werden durch das Bezirksamt nachgeliefert, teilweise im statistischen Landesamt nachzulesen. In der Stadtplanung findet das noch zu wenig Anerkennung, es sollte verstärkt auch auf private Bauherren eingewirkt werden, um die soziale Infrastruktur zu beherzigen.

Fragen und Anmerkungen dazu werden beantwortet.

7. Geschlechtsspezifische/geschlechtsdifferenzierte Arbeit

Vorstellung der vorhandenen Konzepte durch das Jugendamt

Der Mädchenladen in der Spandauer Neustadt wird trotz Leitungswechsels «überrannt», der Bedarf ist sehr groß! In den Ferien gab es auch im Clubhaus Westerwaldstraße und im Jugendkulturzentrum Haveleck sogenannte «Mädchentage». Einzelne kleine Aktionen werden von den Einrichtungen nach Bedarf durchgeführt, auch bei Streetworkteams bei Outreach ist die Straßensozialarbeit in kleineren Gruppen eine wichtige Komponente. Es existiert der Arbeitskreis (AK) Mädchen, ein solcher für Jungen nicht. Spezifische Jungenarbeit war in der Neustadt im Treffpunkt Lynarstraße vorhanden – es wird gehofft, dass auch diese nach der Berentung des Leiters weitergeht. Das neue Jugendhaus an der Ecke Triftstraße wird all diesen Fragen gerecht werden. Diskussion zum Thema wird auch weiter statt finden.

8. Antrag

0801/XX Antrag der FDP

wird diskutiert, mit (m)einer Enthaltung angenommen

9. Antrag

0682/XX Antrag der SPD

wird diskutiert, nach Veränderung durch meinen Vorschlag in folgender Form mit zwei Enthaltungen der CDU dem Haushaltsausschuss als Empfehlung weitergegeben:

Das Bezirksamt wird beauftragt, die Umsetzung des erweiterten Konzeptes des B.-Traven-Campus mit oberster Priorität zu verfolgen.